Chancengerechtigkeit. Auch 2026 in Deutschland noch eine Illusion

Aktuelles
, 1. Juli 2026


No pain, no gain – wer leistet, verdient sich seine Meriten, steigt gesellschaftlich und beruflich unweigerlich auf. Dieses Aufstiegsversprechen hält Deutschland nicht ein, denn die Chancen für den persönlichen Erfolg sind sehr ungleich verteilt.
Noch immer entscheidet die soziale Herkunft in erschreckendem Ausmaß darüber, welche Möglichkeiten ein Mensch hat, wie früh er hinter seinem Potenzial zurückfällt und wie weit er im Bildungssystem überhaupt kommen kann. Genau das zeigen aktuelle Studien und wir als BSW weisen seit unserer Gründung darauf hin. Nicht Begabung und Fleiß allein geben den Ausschlag, sondern oft der Geldbeutel der Eltern, das soziale Umfeld und der Zugang zu Förderung, Netzwerken und Unterstützung.

Herkunft und Milieu bestimmt – von Anfang an

Die Probleme beginnen nicht erst beim Abitur oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Sie entstehen früh und ziehen sich durch das gesamte Bildungssystem: von der Kita über die Schule bis hin zu Ausbildung und Hochschule. Kinder aus benachteiligten Familien starten häufig mit schlechteren Voraussetzungen, werden anders bewertet und erhalten seltener jene Chancen, die später über Bildungsweg und Lebensperspektive entscheiden, als Privilegiertere. Auch Bayern, das sich politisch gern als Bildungsland inszeniert, ist hier keineswegs Vorbild. Gerade im Freistaat zeigt sich, wie stark frühe Selektion, ungleiche Startbedingungen und soziale Herkunft noch immer über den Lebensweg mitentscheiden.

Falsche Prioritäten verschärfen das Problem

Hinzu kommt eine politische Fehlentwicklung, die die Lage weiter verschärft. Während Milliarden in Aufrüstung, Militarisierung und neue Wehrstrukturen fließen, fehlen sie bei Schulen, Kitas, Hochschulen, Jugendangeboten und kommunaler Infrastruktur. Wer es mit Chancengerechtigkeit ernst meint, darf Herkunftsnachteile nicht bloß verwalten, sondern muss sie aktiv zurückdrängen. Dafür braucht es Investitionen in frühe Förderung, starke öffentliche Bildungseinrichtungen, kostenarme oder kostenfreie Zugänge und eine echte Aufwertung beruflicher Bildung.
Rebecca Hümmer, Mitglied im BSW-Landesvorstand Bayern, hat diese Zusammenhänge in einem neuen Paper ausführlich aufgearbeitet. Darin werden aktuelle Studien, politische Entwicklungen und die daraus folgenden Konsequenzen für eine gerechtere Bildungspolitik eingeordnet. Das vollständige Paper steht hier zum Download bereit.

 

Text und Paper: Rebecca Hümmer

Auch interessant

01 Sep.

Antikriegstag 2026 … und Bayern rüstet auf

Aktuelles – Der 1. September ist Mahnung und Verpflichtung Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Millionen Tote, zerstörte Städte, Vertreibung und unermessliches Leid folgten. Der Antikriegstag erinnert daran, wohin Militarismus, Feindbilder und die Vorstellung führen können, politische Konflikte ließen sich mit immer mehr Waffen lösen. 2026 bekommt diese Erinnerung…

30 Juli

Raketenstationierung im Allgäu macht Bayern zur Zielscheibe

Aktuelles – Die geplante Stationierung von Arrow 3 im Allgäu betrifft ganz Bayern. Das BSW fordert Aufklärung, Bürgerbeteiligung und ein Ende der weiteren Aufrüstung.

10 Juni

Stellungnahme des Präsidiums des bayerischen Landesvorstandes zum sogenannten „Manifest“

Aktuelles – Das Präsidium des BSW Bayern liefert Hintergrundinformationen zum sogenannten „Manifest“ und erläutert zentrale Fragen zu Parteistrukturen, Mitgliederbeteiligung, Delegiertenschlüssel, Mitgliederaufnahme, Arbeitsgruppen und innerparteilicher Verantwortung.

22 Mai

„Deckel drauf und Spritpreis runter“ – BSW-Mitglied startet bundesweit beachtete Tankstellenaktion

Aktuelles – BSW-Mitglied Manfred Seel zeigt mit seiner Tankstellenaktion in Asbach-Bäumenheim, dass günstigere Spritpreise möglich sind. Das BSW fordert Entlastung bei Energie, Kraftstoffen und staatlichen Abgaben.

  • 01 Sep. Antikriegstag 2026 … und Bayern rüstet auf

    Aktuelles Der 1. September ist Mahnung und Verpflichtung Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Millionen Tote, zerstörte Städte, Vertreibung und unermessliches Leid folgten. Der Antikriegstag erinnert daran, wohin Militarismus, Feindbilder und die Vorstellung führen können, politische Konflikte ließen sich mit immer mehr Waffen lösen. 2026 bekommt diese Erinnerung…

  • 30 Juli Raketenstationierung im Allgäu macht Bayern zur Zielscheibe

    Aktuelles Die geplante Stationierung von Arrow 3 im Allgäu betrifft ganz Bayern. Das BSW fordert Aufklärung, Bürgerbeteiligung und ein Ende der weiteren Aufrüstung.

  • 10 Juni Stellungnahme des Präsidiums des bayerischen Landesvorstandes zum sogenannten „Manifest“

    Aktuelles Das Präsidium des BSW Bayern liefert Hintergrundinformationen zum sogenannten „Manifest“ und erläutert zentrale Fragen zu Parteistrukturen, Mitgliederbeteiligung, Delegiertenschlüssel, Mitgliederaufnahme, Arbeitsgruppen und innerparteilicher Verantwortung.

  • 22 Mai „Deckel drauf und Spritpreis runter“ – BSW-Mitglied startet bundesweit beachtete Tankstellenaktion

    Aktuelles BSW-Mitglied Manfred Seel zeigt mit seiner Tankstellenaktion in Asbach-Bäumenheim, dass günstigere Spritpreise möglich sind. Das BSW fordert Entlastung bei Energie, Kraftstoffen und staatlichen Abgaben.

Sie haben Fragen?

Welche inhaltlichen Positionen vertritt die neue Partei? Wie kann ich das BSW unterstützen? Wie kann ich Unterstützer oder Förderer werden und was ist der Unterschied? Sicher haben Sie viele Fragen. Wir haben versucht, einen Großteil Ihrer möglichen Fragen zu beantworten und leiten Sie hierzu auf die Website der Bundespartei weiter.

Zu den FAQ