Gründung der AGBSW Bayern: Aufbruch für soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und Frieden
,Am 18. April 2026 wurde in München die bayerische Landesgruppe der AGBSW – Arbeit und Gewerkschaft beim BSW gegründet. Die Gründung erfolgte einstimmig und war von großer Aufbruchsstimmung, Geschlossenheit und Hoffnung geprägt.
Einstimmige Gründung als politisches Signal
Schon vor der Abstimmung wurde deutlich gemacht, worum es in Zukunft gehen soll: um bessere Arbeitsbedingungen, einen starken Sozialstaat, eine sichere Rente und ein politisches Miteinander, das soziale Gerechtigkeit und Friedenspolitik zusammendenkt.
Anschließend wurde die Gründung der AGBSW Bayern einstimmig beschlossen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und die Anmeldung erfolgt einfach über die auf der Website angegebene E-Mail-Adresse info@agbsw.de. Die Gründung ist ein Meilenstein; ein wichtiger Schritt, um die soziale Stimme im BSW weiter zu stärken.
Klaus Ernst: Wut reicht nicht, entscheidend ist gemeinsames Handeln
Den politischen Auftakt setzte Klaus Ernst; uns allen bekannt als langjähriger Gewerkschafter, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, Landesvorsitzender des BSW Bayern und Mitglied des BSW-Bundesvorstands. Er machte deutlich, dass sich die AGBSW nicht nur mit Gewerkschaftsfragen im engen Sinn beschäftigen solle, sondern mit Sozialpolitik insgesamt.
Klaus Ernst sprach davon, dass viele Menschen aus berechtigter Wut über politische Fehlentwicklungen zum BSW gekommen seien. Wut allein sei aber keine Grundlage für erfolgreiche Politik. Entscheidend sei, gemeinsam zu handeln und politische Kraft zu entwickeln.
Zugleich verwies er auf die Bedeutung des wirtschaftlichen Modells, das Deutschland lange stark gemacht habe: geregelte Arbeitsbedingungen, Tarifverträge und eine Wirtschaft, in der Unternehmen ihre Gewinne nicht einfach über Lohndruck oder längere Arbeitszeiten steigern konnten, sondern auf Innovation setzen mussten. Ein vernünftiges Verhältnis zu den Gewerkschaften sei deshalb unverzichtbar.
Er benannte außerdem die Themen, über die das BSW in Gewerkschaften anknüpfen könne: Rente, Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit, die Lage von Beschäftigten, Rentnern und Arbeitslosen. Auch machte er deutlich, dass BSW-Mitglieder in Betriebsräten und Gewerkschaften wichtige Botschafter sein können. Am Ende dankte er ausdrücklich Rolf Staudt und Ralf Krämer für Initiative und Organisation.
Ralf Krämer: Aufrüstung gefährdet den Sozialstaat
Anschließend sprach Ralf Krämer, der auf Bundesebene im Sprecherkreis der AGBSW aktiv ist. Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Warnung vor einer Entwicklung, in der Sozialstaat und öffentliche Daseinsvorsorge immer stärker unter Druck geraten.
Er zog eine düstere Bilanz und sagte, die Lage sei heute in mancher Hinsicht sogar schlimmer als in der Zeit der Agenda 2010. Besonders betonte er das drohende Rentenproblem für kommende Generationen. Aus seiner Sicht gibt es einen „Klassenkampf von oben“ mit zwei Stoßrichtungen: den Angriff auf soziale Sicherung und die massive Aufrüstung.
Die immer weiter steigenden Rüstungsausgaben blieben nicht folgenlos, so Krämer. Wenn Milliarden in militärische Infrastruktur und Aufrüstung fließen, dann fehlen diese Mittel an anderer Stelle – etwa bei Bildung, Sozialstaat, Rente oder Gesundheit. Der große Haushaltsposten „Arbeit und Soziales“ bestehe in erheblichem Maß aus Zuschüssen zur Renten- und Krankenversicherung. Wer dort kürzt, riskiere entweder höhere Beiträge oder konkrete Verschlechterungen bei Leistungen.
Besonders kritisch bewertete er, dass die Gewerkschaften in der Kriegs- und Friedensfrage bislang weitgehend versagt hätten. Umso wichtiger sei es, dass das BSW klar benenne, dass ein Sozialstaat auf Dauer nicht erhalten werden kann, wenn zugleich immer mehr Geld in Aufrüstung fließt. Investitionen in Bildung, Kitas, Hochschulen und öffentliche Infrastruktur seien dagegen echte Investitionen in die Zukunft.
Anton Salzbrunn: Beschäftigte stehen im Mittelpunkt – unabhängig von Herkunft
Anton Salzbrunn, Mitglied des Landesvorstands des BSW Bayern und langjährig gewerkschaftlich aktiv, setzte einen klaren Schwerpunkt auf die Lage der Beschäftigten. Er warnte davor, dass die AfD fälschlich als Arbeiterpartei wahrgenommen werde, wohingegen das BSW in seinem Potential verkannt werde.
Er stellte dem eine klare Haltung entgegen: Die Gegner der Arbeitnehmer seien nicht Kollegen aus anderen Ländern, sondern diejenigen, die in den Chefetagen sitzen und über Löhne, Druck und soziale Unsicherheit entscheiden. Die Beschäftigten müssten im Mittelpunkt stehen – unabhängig von Herkunft, Biografie oder Nationalität.
Zugleich machte Anton Salzbrunn unmissverständlich klar, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD auf irgendeiner Ebene geben dürfe. Das BSW sei nicht rechtsradikal, sondern stehe für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und die Interessen der arbeitenden Menschen.
Im Anschluss an seine Rede folgte eine Aussprache über die aktuelle Situation der Beschäftigten.
Gewählte Funktionen
Gewählt beziehungsweise bestätigt wurden:
- Rolf Staudt als bayerischer Sprecher der AGBSW
- Anton Salzbrunn als stellvertretender Sprecher
- Michael Sitz für die Öffentlichkeitsarbeit
- Pascal Käser als Vertreter der Jugend
- Alexander Zamzow als Sprecher für Unterfranken
- Anton Salzbrunn als Sprecher für Mittelfranken
- Patrick Rostek als Sprecher für Niederbayern
- Thomas Räder als Sprecher für Oberbayern
- Hannelore Klug als Sprecherin für Schwaben
Für Oberfranken und die Oberpfalz konnten die Sprecherposten noch nicht besetzt werden.
Klaus Ernst zum Abschluss: Jetzt kommt es auf Präsenz und Verankerung an
Den Schlusspunkt setzte erneut Klaus Ernst. Er sprach offen über die derzeit schwierige Lage des BSW und machte er deutlich, dass die Antwort darauf nur in mehr Geschlossenheit, das Bündeln von Energie für das Vorantreiben von Gemeinsamkeiten, in Präsenz, mehr Engagement vor Ort und einer starken politischen Verankerung liegen könne.
Gerade darin die zentrale Botschaft dieses Gründungstages: nicht Rückzug, sondern Aufbau. Nicht Resignation, sondern neue Organisierung. Die Gründung der AGBSW Bayern war deshalb nicht nur ein organisatorischer Schritt, sondern ein deutliches Signal, dass im BSW die Hoffnung lebt, soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und Friedenspolitik wieder stärker zusammenzuführen.
Text: rh